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Geisteswissenschaft steht über Ingenieurwissenschaft - eigentlich

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Veröffentlicht von in Kultur · 11 Juni 2018
Selbst die Erforschung von Putzmörtel-Rezepten basiert auf Geisteswissenschaft
Das Konkrete ist nicht das Wahre

Nietzsche beschrieb die Attraktion des Fertigen und das Mißtrauen gegenüber dem Werdenden. So hat das Werdende immer schwer.

Aber die Methodik, der 'Weg nach über' ist eben die Maschine, um aus dem Chaos, dem Ungestalteten über das Werdende das Reale zu machen.

Ein beschränkter Denker, ein ITler greift ständig die Geisteswissenschaft an für ihre Nutzlosigkeit und der Autor stimmt mit diesem sogar überein, dass die Mehrzahl der Geisteswissenschaftler Dummschwätzer sind und die 'Flüchtigkeit' und Verifikationsproblematik natürlich dazu einlädt.

Selbst bei der Versorgungserwartung kann man eine Kongruenz sehen, auch wenn der Autor von der Profitabilität von Geisteswissenschaft, von grundsätzlicher Durchgeistung ausgeht, während der beschränkte Ingenieur einfach die Dummschwätzer als Maßstab nimmt.

Dabei ist Geisteswissenschaft einfach nur nicht beschränktes Ingenieurwesen. Im Prinzip.

In einer Welt, die von Wirtschaftswissenschaftlern geprägt ist, während Wirtschaftswissenschaft keine Wissenschaft, sondern zuerst eine Religion ist, weil die falschen Annahmen ähnliche Effekte haben wie früher die geozentrische Sicht auf die Planetenbahnen, gibt es keine Basis für Überheblichkeit gegenüber Geisteswissenschaftlern. (Dazu gibt es den Vortrag von Heiner Flassbeck in Hamburg von vor ein paar Tagen, wo er ausführt, dass 95 bis 98% der Volkswirtschaftler der Freihandelsreligion anhängen. Und die Erfolge in Ostasien durch Nichtbefolgen der Heilsrezepte sich erklären, was aber gegen ideologische, wirtschaftliche, politische und militärische Gewalt und Korruption durch den Westen nicht einfach ist. Mit geisteswissenschaftlicher Synopsis ist dies selbstverständlich, weil die Strukturen im Bereich der Graphik 'Kraft durch Grenzen' und der Reisterrassen oder des Humus-Aufbaus ähnlich sind. Wie auch bei Kellerlüftung und Grenzkontrollregime. Dazu muss man den Charakter der Situation von der jeweiligen Einzigartigkeit abstrahieren.)

Darum wurde der Autor als bemerkenswert angesehen, weil Architekten so eine simple Sache wie textiles Bauen nicht verstehen. Und auch Putzmörtel als geistiges Konstrukt mit den Problemen und Potentialen ist bei einem weiteren Horizont, ohne beschränkte Sicht besser zu organisieren, zu rezeptieren.

Mit einer abstrakten Sichtweise wird Putzmörtelmischen zur Vorlage für Integration und die Grundlage für die Verachtung von 'Verwaltungsingenieuren', weil das Mischen von Putz oder Beton alle die Elemente enthält, die Materialqualität bestimmt.

Integration braucht Rassismus, Differenzierung, Sorgfalt, denn nur mit Wissen kann man mit 'Zutaten' umgehen. Genauso wie Bindemittel (aktiv und passiv), Körnung, Fasern (und andere Armierungen) und Vergütungen aufeinander abgestimmt werden müssen, kann Integration nur funktionieren, wenn man die Qualitäten, die Massenanteile und die Mischtechnik aufeinander abstimmt.

Die abstrahierende Sicht eines Geisteswissenschaftlers schafft die Freiheit von moralisierender 'Betroffenheit', die heute mit Sozial- und Geisteswissenschaft gleichzusetzen ist. Wo nur noch der Name gleich ist, aber das Erkenntnis-Bestreben fehlt.



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Ideen schaffen gebaute und gelebte Realität
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